The Sixth Sense – Charaktere

Cole Sear (Haley Joel Osment)

Cole Sear ist ein 8-jähriger, geheimnisvoll wirkender Junge, der die Gabe hat, Tote Menschen sehen zu können. Diese „Gabe“ macht ihm sein junges Leben sehr schwer. Er kann nicht damit umgehen, lebt in ständiger Angst, die von seinen Mitmenschen natürlich als irrational erlebt wird, und die Enttäuschung über gescheiterte Therapieversuche hat ihn verschlossen und für andere kaum zugänglich gemacht. Er lebt mit der ständigen Spannung, die Angst vor den Toten ertragen zu müssen und sich gleichzeitig niemandem anvertrauen zu können, aus Angst vor Unverständnis und völliger Verachtung und Ausgrenzung. Er hat große Angst davor von anderen als seltsam und unnormal gesehen zu werden. Am wichtigsten ist es aber für ihn, dass seine Mutter nicht schlecht von ihm denkt.
Es fällt ihm schwer dem Kinderpsychologen Dr. Malcolm Crowe zu vertrauen und in ihm neue Hoffnung zu sehen. Erst nach und nach öffnet er sich ihm und findet in ihm einen verständnisvollen, mitfühlenden Menschen dem er vertrauen kann.
Er lebt zusammen mit seiner Mutter, in Scheidung vom Vater, in einer kleinen Wohnung. Er hängt sehr an seinem Vater und möchte die Errinnerung an ihn auf keinen Fall verlieren. Freunde hat Cole keine. In der Schule, von seinen Mitschülern nicht akzeptiert, wird er nur allzu oft verachtungsvoll als Psycho bezeichnet.
Cole ist ein intelligentes, mitfühlendes, sensibles Kind. Um seine Mutter nicht zu beunruhigen versucht er seine Kontaktarmut zu verheimlichen und besticht einen Schulkameraden ihn regelmäßig früh abzuholen und den guten Kumpel zu mimmen.
Coles Konflikt wird erst aufgelößt nachdem Dr. Crowe ihm hilft seine Gabe zu verstehen und zu nutzen, indem er erkennt dass die Toten ihm nichts antun wollen sondern viel mehr seine Hilfe brauchen.

Lynn Sear – Coles Mutter (Toni Colette)

Sie ist die verzweifelte, alleinerziehende Mutter des kleinen Cole. In Scheidung lebt sie allein mit ihrem Sohn in einer kleinen Wohnung und jeglicher Kontakt zu ihrem Ex-Mann ist abgerissen. Auch sonst pflegt sie kaum soziale Kontakte und lebt zurückgezogen mit Cole.
Mit seiner Erziehung ist sie sichtlich überfordert, da sie seine irrationalen Ängste nicht verstehen kann. Ebenso bringt Coles Gabe oft unheimliche, unverständliche Situationen mit sich die sie sich nicht erklären kann. Sie liebt ihr Kind sehr, weiß aber nicht wie es weiter gehen soll: „Unserer kleinen Familie gehts nicht so gut“. Obwohl Cole wohl der Hauptgrund ihrer sozialen Isolation ist, wäre ihr nichts wichtiger als ihr kleiner Sohn.

Dr. Malcolm Crowe (Bruce Willis)

Als erfolgreicher Kinderpsychologe, ausgezeichnet von seiner Heimatstadt Philadelphia, übernimmt Dr. Malcolm Crowe die Behandlung des kleinen Cole Sear. Er ist ein Mann mittleren Alters, intelligent, ehrgeizig und strebsam. Mit Hingabe widmet er sich seiner Arbeit und opfert viel Zeit für die Therapie seiner Patienten. Im speziellen Fall des Cole Sear wird sein Ehrgeiz vor allem durch starke Schuldgefühle getragen, da er einst Vincent Gray, welcher unter den gleichen Symptomen wie Cole litt, nicht helfen konnte. Im Film liegt der Focus auf der Darstellung seiner Arbeit. Daneben erfährt der Zuschauer nicht viel Privates über diesen Charakter. Lediglich die Ehe mit der schönen Anna Crowe, die zu Anfang warmherzig und glücklich inszeniert wird, zeigt, dass Malcolm ebenso liebenswert wie liebevoll sein kann. Allerdings wird schon gleich in der ersten Szene ebenso deutlich dass Anna oft hinter Malcolms Arbeitseifer und Ehrgeiz zurückstehen muss. Nachdem Crowe sich infolge des Attentates noch stärker zurückgezogen hat und für den Zuschauer dadurch die Beziehung zu seiner Frau abgekühlt und distanziert wirkt, wird der Charakter in melancholische Einsamkeit gehüllt. Diese soziale Vereinsamung des Dr. Crowe wird durch den gesamten Film getragen, indem er nie mit anderen Menschen im Gespräch oder Umgang gezeigt wird. Erst mit der Auflösung der Situation durch den Fakt, dass Crowe selber bei besagtem Attentat ums Leben kam, wird deutlich wodurch die Einsamkeit der Figur tatsächlich begründet ist.
Insgesamt wird die Sympathie des Zuschauers eindeutig zu Gunsten des Malcom Crowe gelenkt. Dies geschieht vor allem durch den einfühlsamen, verständnisvollen Umgang des Psychologen mit dem kleinen Cole aber auch durch die immer noch anhaltende Liebe zu seiner Frau Anna.

Anna Crowe (Olivia Williams)

Anna ist die attraktive Frau des Malcolm Crowe. Sie ist eine liebevolle Ehefrau die ihren Mann sichtlich liebt und zu ihm steht, auch wenn sie ihre Bedürfnisse oft hinter seinem Arbeitseiffer zurückstellen muss. Bis auf die Tatsache, dass sie in einem Antiquariat arbeitet, erfährt man im Film kaum weitere Details von ihr.
Nach Malcolms Tod lebt sie vereinsamt allein in ihrem Haus weiter. Gefangen zwischen der Liebe und Trauer um ihren verstorbenen Mann und der Sehnsucht nach neuer Zuwendung und Liebe fällt es ihr schwer ein normales Leben weiter zuführen. Sie kann kaum einen Mann erneut an sich heran lassen und ein neues Vertrauensverhältnis eingehen. Sie hat sich nie richtig von Malcolm verabschieden und lösen können. Dieser Konflikt wird erst zum Ende des Films aufgelößt indem sich Malcolm in der Einsicht dass er tot ist von ihr verabschieden kann.